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Der Town & Country Club ist mit 3000 Fans restlos ausverkauft. Die Konzertstätte, die früher mal als Lagerhalle diente, liegt im Osten Londons, einer Gegend, die geprägt ist von hoher Arbeitslosigkeit und Rassenkonflikten. Jimmy Somerville und Richard Coles haben diesen Ort ganz bewußt für den Abschluss ihrer Europatour genutzt. "Die Menschen verzweifeln hier in ihrem Alltag", meint Jimmy. "Dieses Konzert ist ein Geschenk an alle, die unter der Politik unserer  Regierung leiden." Starke Worte von einem kleinen Mann mit einer großen Stimme! In ihren Texten nehmen die Communards kein Blatt vor dem Mund,  singen über Armut, AIDS und Arbeitslosigkeit. Ihr Album RED dreht sich fast ausschließlich um AIDS, beschreibt wie die tödliche Krankheit Liebe und  Vertrauen zerstören kann. Mark Ashton, einem Freund von Jimmy und Richard widmeten sie ihren Hit "For A Friend". Die Hälfte der Einnahmen kam einem AIDS Forschungsinstitut in London zu gute. Das sieben der acht Musiker Frauen sind, hat einen besonderen Grund.

"Für Musikerinnen ist es besonders schwer, sich in diesem Männergeschäft durchzusetzen", meint Richard Coles. "Außerdem gehören die Sieben mit zu den besten Studiomusikern in ganz England!" Und dass sie bei June Miles-Kingston (Schlagzeug), Caroline Buckley (Gesang), dem Streichquartett Jocelyn Pook, Sonja Slany, Sally Herbert, Audrey Riley und der Saxophonistin Jo Pretzel eine gute Wahl getroffen zu haben, beweist die fast zweistündige Show. Bei Tanzknallern wie "Disenchanted" und "You Are My World" tanzten die Fans auf den Stühlen. Und Schlagzeugerin June bekommt für ihr perfekt getimten Schlagzeug- Soli Sonderapplaus. Jimmy lächelt ins Publikum, zwinkert schelmisch Richard zu und wackelt mit den Hüften. Seine kräftige Falsettstimme füllt die ganze Halle aus. Außer der vier glutroten Säulen ist die Kulisse betont schlicht. Ohne großen Aufwand bringen die Communards Soul-Sound pur. Mal melancholisch verträumt mit zuckersüßen Streichern "Breatline Britan" dann wieder fetzig und funkig bei "Theres More To Love" bei dem Jo Pretzel mit einer  butterweichen Saxophoneinlage das Publikum zum kochen bringt. In typisch schottische Akzent sagt Jimmy den Song "Tomorrow" an. " Dieses Stück widmen wir allen Frauen, die von ihren Männern misshandelt werden und keine Hilfe erwarten können. denn viel zu oft ist das Recht auf der Seite der Männer..."