js logo   Historie > Jimmy Somerville > offizielle Biographie Page 1 of 5

 

 

 

     
 

Back 

    Home  

 Next

 
             

Alles was ich wollte war zu der jungen Generation zu gehören. Total enge Hosen, T-Shirts mit ganz kurzen Ärmeln und eine schlaksige Frisur, samstags abends weggehen und tanzen an exotischen Plätzen wie "Weston-Super Mare". Mir graut wenn ich an diese Zeit denke. Ich bin immer mit einem kleinen Mädchen verwechselt worden. "Ohh, hat sie nicht schöne Haare!" oder "ohh was für ein kleines schönes Mädchen!" Das ist nicht so schön, wenn Du weißt, dass Du ein kleiner Schwuler bist. "Homosein" war in meinen Genen und ich war an den Hosen der Jungs bevor ich überhaupt das Wort Sexualität buchstabieren konnte. Es ist merkwürdig wer sich zur Verfügung stellt besonders wenn Du selber nicht weißt, dass Du dich zur Verfügung stellst. Es ist aber bei den meisten Männern so, ihnen ist es egal mit wem sie es treiben. Sie kriegen ihren Orgasmus und du bekommst einen verpasst. Ich hasse die Schule. Dort war das Leben wie die Hölle. Es war eine Zeit damals als irgendein alter Sadist Lehrer werden konnte. Meine Nichte hat mir gesagt, dass ich angeblich der einzige berühmte Schüler bin, der nicht in den Schulbüchern steht. Na ja die Protestanten in Schottland sind nicht sehr berühmt für ihre Toleranz. Ich habe geschwatzt und keinen Abschluss bekommen. Ich habe Farben und Tapete verkauft, um die Dauerwelle  und auch die Nächte in Satellite-City (dort habe ich die ganze Nacht in Cowboystiefeln getanzt) zu bezahlen. Es ist ein Wunder, dass ich heute nicht behindert bin. In schlechte Gesellschaft bin ich dort geraten. Mit Leuten, die sich Freunde nannten. Mit solchen Freunden braucht man keine Feinde. Ich war damals gutgläubig und naiv. Die Dinge sind außer Kontrolle geraten und das wollte ich nicht. Über London habe ich gelesen und davon geträumt. Irgend wohin, nur nicht hier bleiben. Im Sommer ´79 bin ich hingefahren, eigentlich nur für ein Wochenende.  Erster Stopp Earls Court - Wow ! So viele Männer, ein Rückfahrschein, zwei Tage und so wenig Zeit. Meine Heimat habe ich dort gefunden- kaufte T-Shirts und blieb. Damit  habe ich viele verletzt, aber ich war selbst verletzt und wütend. Ich war auf der Suche nach der Nummer Eins. Dies war meine Chance für einen neuen Anfang und herauszufinden wer ich war, den alten Scheiß hinter mir zu lassen, mir klar zu werden wie ich war und was ich will und brauche. Natürlich war es nicht so romantisch-einfach. Im Gegensatz zu den Mythen, sind die Straßen nicht mit Gold gepflastert. Kein Geld, keine Adresse und keine Schuldgefühle. Keine Angst, mit meinem Babyface bin ich durchgekommen. Ja genau, man muss das tun, was zu tun ist. Letztendlich bin ich vom Piccadilly, dort wo die Stricher rumhängen, weg gekommen. Freundlicherweise wurde mir von einem Mann ein Zimmer  bei