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München, 21. August 1999
Strahlend blauer Himmel über München und das gute Gefühl,
Jimmy in ein paar Stunden live zu erleben. Schon in der Innenstadt von München wurde man
auf den Gig im "Heizkraftwerk" durch Flyer aufmerksam gemacht. Das
"Heizkraftwerk" ist ein altes Heizkraftwerk (was auch sonst!), dass jetzt als
Disco dient. In München waren wir noch mit zwei weiteren Jimmy-Fans verabredet.
Die Spannung stieg von Stunde zu Stunde, und da sich die wildesten Gerüchte hielten, wann
Jimmy denn nun auftreten würde (21 Uhr oder 23 Uhr oder 1.30 Uhr?), fuhren wir 20 Uhr in
den etwas am Rand von München liegenden Kunstpark, ein Areal mit vielen Clubs und Discos.
Der erste Weg war natürlich zum "Heizkraftwerk", um nun endlich zu erfahren,
wann das Konzert denn nun anfängt. An der Tür erfuhren wir nur durch ein Blatt mit
computergeschriebenen Buchstaben, dass 23 Uhr Einlass ist und der Konzertbeginn war auf
1.30 Uhr festgelegt. Da die Tür aber schon einen Spalt aufstand, konnten wir es nicht
lassen, einen Blick ins Innere der Disco zu werfen. Außer einer kleinen Bühne war nichts
zu sehen.
Nun mussten wir uns noch zwei Stunden die Zeit vertreiben, was aber nicht sehr schwer
fiel. Dann war es endlich soweit: es war 23 Uhr und wir durften endlich dahinein, wo in
weniger als drei Stunden Jimmy live zu erleben sein würde.

Was aber in den 2 ½ Stunden folgte, war eine Qual für unsere Ohren House-Music
bis zum abwinken. Aber wer es mag... Plötzlich kamen ganz unauffällig zwei kräftige
Typen durch den Haupteingang und geduckt, mit tief gesenktem Kopf, Jimmy hinter her.
Keiner merkte was. Plötzlich sprach mich ein Typ auf englisch an, wo ich denn das T-Shirt
mit Jimmys Unterschrift her hatte. Dabei stellte sich heraus, dass er ein Freund von Jimmy
war. Ich fragte ihn, ob es möglich wäre, mit Jimmy ein paar Fotos zu machen. Er ging
nach hinten und Sekunden später kam Carol, die Managerin, heraus und fragte, wer ich bin.
Als ich sagte, das ich von der ersten deutschen Fan-Page wäre, machte sie die Tür auf
und plötzlich standen wir da vor Jimmy Somerville höchstpersönlich. Meine Knie
zitterten, so aufgeregt war ich. Aber es war ein fantastisches Gefühl, ihn persönlich zu
sehen. Und er war super gelaunt. Wir knipsten jede Menge Fotos und unterhielten uns über
viele Dinge, u.a. auch über die Tour, wo das Gerücht kursiert, dass sie gar nicht
stattfindet. Aber er sagte sofort, dass sie sich nur nach hinten verschiebt, da es noch
Probleme mit der Band gibt. Wir kamen auch auf den Auftritt bei der "Radio Regenbogen
Party" in Freiburg zu sprechen, wo die Begeisterung sich in Grenzen gehalten hatte.
Und genau das war der Grund, warum Jimmy´s Auftritt nur 20 min anstatt der geplanten 40
min dauerte. Er erzählte uns, dass er sich während des Auftritts dazu entschloss, einige
Lieder wegfallen zu lassen, da er merkte, dass überhaupt keine Stimmung aufkommen wollte.
Darüber war er schon deprimiert. Dann verabschiedeten wir uns wieder und nun waren es nur
noch 15 min bis zum langersehnten Auftritt.
Gegen 1.45 Uhr war es dann endlich soweit: Jimmy, Gillian (Backround-Sängerin) und
Matthew (Background-Sänger) kamen mit einer acapella-Version von "Mighty Real"
auf die Bühne. Endlich wohlklingende Music für unsere Ohren. Dann brachte Jimmy mit
"Why" das Publikum zum kochen. Die Begeisterung kannte keine Grenzen mehr, auch
bei den neuen, für viele noch unbekannten Liedern "Lay Down", "Something
To Live For", "Stone" und "Someday Soon". Auch Jimmy wurde von
Sekunde zu Sekunde besser, da er merkte, daß das Publikum total begeistert war.
"Don´t Leave Me This Way", natürlich wieder mit dem mittlerweile bekannten
"Love to Love You Baby"-Intro war auch diesmal wieder ein Knaller. Als Zugabe
sang Jimmy "Never Can Say Goodbye" und die Halle bebte. Auch nach diesem
Lied wollten die Zugabe-Rufe einfach nicht verstimmen. Zum Schluss wurde es traurig
Jimmy stimmte die langsame, todtraurige Version von "Smalltown Boy" an. Mitten
im Lied vergrub er die Hände im Gesicht...Unter lautem Beifall und Zugabe-Rufen
verabschiedet sich Jimmy von seinen Fans erschöpft, aber sichtlich zufrieden. Nach
seinem Auftritt verließen mindestens 80 % das "Heizkraftwerk" ein
deutliches Zeichen, dass viele nur wegen Jimmy Somerville da waren.
Fazit: Jimmy hat wieder einmal deutlich gezeigt, was er zu bieten hat. Live einfach
unschlagbar. Er ist und bleibt einfach der Größte.
IwI |