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Leipzig, 26. Mai 2000

An dieser Stelle erscheint diesmal nicht unser "Standardbericht" sondern der Standpunkt eines Teilnehmers unseres Fantreffens und Besucher des Auftrittes von Jimmy im Werk 2, über eine Konzertkritik in der Leipziger Volkszeitung:

Erwartungslücke klaffte - eine Fehlersuche   (Kommentar zur Kritik über das Jimmy Somerville Konzert im Werk 2 (LVZ vom 29.05.2000)
Während sich der Fanclub der ersten deutschen Jimmy Somerville Internetpage noch in einem nahe dem Werk 2 gelegenen Restaurant auf den Auftritt seines Idols einstimmte und der Künstler es sich nicht nehmen ließ, persönlich vorbeizuschauen, strömte das durch Radiospots und Plakatwerbung angelockte Publikum zum Veranstaltungsort. Angesichts der 45 DM Eintritt und vielleicht noch in Erinnerung an das 1996er furiose Konzert im Clara-Park erwartete es wohl ein ähnliches Spektakel. Dass der kleine Schotte diesmal nur mit großer Stimme und zwei ebenso großartigen Backgroundsängern angereist kam und nach 60 Minuten fulminanter Sangesleistung seinen Auftritt beendete, kam für viele dann wohl doch überraschend.
Ich selbst kann die Enttäuschungen derer schon nachvollziehen, wenngleich mir als langjähriger Fan und regelmäßiger Besucher von www.jimmysomerville.de bekannt war, dass Somerville nicht auf großer Tour durch die Landen zieht sondern eben mit seinem 45-Minuten- Halbplaybackprogramm in kleineren Clubs gastiert bzw. zu bestimmten Events engagiert wird. Und dessen bewusst waren sich auch die Veranstalter von „men at work“, als sie Jimmy gebucht und für den Abend geworben haben. Vorband und anschließende Party mit DJ „Major“ von Antenne Sachsen sollten den Hauptact „einrahmen“ und - wie im Januar in Dresden eindrucksvoll demonstriert - für eine abendfüllende und dem Preis angemessene Veranstaltung sorgen.
Wer Jimmys Live-Auftritt nicht so einzuordnen wusste, verließ die Werkhalle trotz der letzten Worte „I Love You Babe“ unbefriedigt und enttäuscht. Wurde die Erwartungslücke durch die „live in concert“ Plakataufdrucke hervorgerufen - der „Blitz“ kündigte sogar Jimmy Somerville & Band an- ? Dem Künstler selbst den Vorwurf zu machen, er würde in Abzockermanier eine rein kommerzielle Performance abliefern, erscheint zumindest eine sehr einseitige Betrachtung und hat auch in der Fangemeinde für arge Verstimmung gesorgt.

Jens Scheibner